Intraoralscan oder Abdrücke

Viele Patienten haben Angst vor Abformungen und manche müssen bei Abdrücken stark würgen. Deshalb erklärt Dr. Hendrik Fischbach Euch die Vor- und Nachteile. Ist ein Intraoralscan besser als normale Abdrücke?

Moderne Scanner wie der iTero ,der Primescan oder der Medit i-500 sind mittlerweile sehr schnell und sehr genau. Sie vermessen die Zähne mit Licht, ohne sie zu berühren und machen Abdrücke überflüssig. Die Genauigkeit ist fast immer deutlich unter 0,1 mm. Ein guter Scan dauert nur 5 bis 10 Minuten. Der Kieferorthopäde bekommt in Echtzeit ein dreidimensionales Bild der Zähne und der Kiefer auf den Computer übertragen.

Nach dem Intraoralscan kann man das Gebiss sofort auf einem großen Monitor anschauen. Dann bespricht man gemeinsam die aktuelle Situation. In vielen Fällen kann der Kieferorthopäde zusätzlich eine Vorschau auf ein Behandlungsergebnis erstellen. Das ist oft sehr hilfreich um zu entscheiden, welche Art von Zahnspangen erforderlich sind. Auch die Frage, ob bleibende Zähne gezogen werden müssen, kann man so besser entscheiden.

Eine Behandlung mit Zahnschienen ist ohne eine Ergebnisplanung gar nicht möglich. Auch für die Umwelt sind intraorale Scans sehr gut. Die Herstellung von Abdrücken und Modellen verbraucht viel Trinkwasser, Gips und Chemikalien. Dadurch entsteht sehr viel Müll. Für einen Scan benötigt man neben dem eigentlichen Scanner nur noch einen schnellen Computer, den viele kieferorthopädischen Praxen schon haben.

Dadurch entsteht überhaupt kein Abfall – nur eine Datei auf der Festplatte. Falls man doch ein Modell benötigt, kann man mit einem 3D-Drucker in kurzer Zeit schöne Modelle aus biokompatiblen Filamenten drucken. Man kann daher mit gutem Gewissen sagen, dass intraorale Scans im Vergleich zu Abdrücken sehr viele Vorteile haben. Leider bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine intraoralen Scans.